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Haag

ORTSTEILE

Haag

Haag, Siedlung an der Moosleite, gez. W. Dorfier, 1981

Ortsname: 1313 Hage. „Bei der eingehegten Stelle".

Das Kloster Ebrach erhielt nach dem Urbar 1340 von Haag jährlich einen Großzehnt von 14 Sumer Korn, einen Kleinzehnt von 15 Schilling Haller und einen Weidezehnt für Schafe von 120 Haller. lm Jahre 1313 werden zwei Kammersteiner Lehen genannt. Ruger, Herrn Seifrieds Sohn ,,von dem Kamerstein" besaß einen Sitz ,,zu Hage", nämlich 1 Haus, 3 Morgen Acker und 1 Wiese. Weiter trug Berchtold Smidlein ,,zu Hage" 1 Haus, 3 Morgen Acker und 1 Wiese zu Lehen. 1394 klagte Hans Herzog von Nürnberg vor dem dortigen Landgericht gegen das Nürnberger Katharinenkloster „uf den hof zu dem Heglein unter dem Kamerstein gelegen, do der Smidlein ufsitzt". Daraus ist zu entnehmen, dass das Lehen des Smidlein im 14. Jh. an das Katharinenkloster übergegangen war. Auch wird deutlich, dass sich bei ,,Hage, Heglein" um eine mit einer Hecke eingefriedete Flur unter der Kammersteiner Burg handelt.

Wahrscheinlich schon im 13. Jh. haben Nürnberger Bürger 111 Haag Reichsguter erworben, denn im Urbar um 1434 sind 5 Güter und 3 Seldengüter ,,zu Hage" verzeichnet, die nicht den Burggrafen, sondern anderen Leuten Zins und Gült gaben, aber der burggräflichen Vogtei unterlagen. Nur 2 Güter und 2 Seldengüter ,,zu Hage" unterstanden in jeder Hinsicht den Burggrafen. Die Inhaber der ihnen nur vogtbaren Güter, die zu allen Ehaftgerichten der Stadt Schwabach vor dem Bauerngericht erscheinen mussten, werden im Salbuch von 1410 wie folgt genannt: Hans Schmidlein, Hans Keser, Fritz Hofman, Cuntz Putzenreuter, Cuntz Walter, Vogelsang, Hildtpold Schickenreuter. Aus dem Salbuch von 1530 erfahren wir, dass Hans Menger zu Haag Forster über den Heidenberg war. Er besass das Erbe der beiden markgräflichen Hofe zu Haag, wahrscheinlich Hs.Nr. 4. Das gleiche Salbuch verzeichnet folgende Güter zu ,,Hag": 1 Hof des Contz Schwartz, 1789 des Johann Michael Patutschnick, der 1530 aus 1 Haus, 1 Stadel, 2 Hofhäuslein bestand, und 1 Hof des Hans Menger, 1776 des Johann Paul Schwarz. Er bestand 1530 aus 1 Haus, 1 Stadel, 1 Schmiedhaus und 1 Häuslein, darin Hans Hofmann saß. Zu beiden Höfen gehörten Hopfengarten. Erstmals werden 1530 1 Gut des Klosters Marienburg hei Abenberg und 4 nürnbergische Güter genannt. Haag besaß einen eigenen Hirten, der in die herrschaftlichen Wälder Laubenheid und Heidenberg trieb.

Nach dem 30-jährigen Krieg waren 1650 nur 2 Höfe und Güter besetzt, 8 lagen in Schutt und Asche.

Die Oberamtsbeschreibung von 1732 erwähnt: 1 Wirtshaus und 4 weitere Untertanen des Kastenamts Schwabach, 1 Untertan des Spitals Schwabach, 1 Untertan des Heiliggeist-Spitals Nürnberg, 3 Untertanen des Landalmosenamtes Nürnberg, 1 eichstättischen Untertan und 1 gemeines Hirtenhaus.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Haag 13 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Schwabach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Schwabach inne. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Kastenamt Schwabach: 2 Ganzhöfe, 1 Halbhof, 1 Gut mit Zapfenwirtschaft, 3 Leerhäuser, das Stadtrichteramt Schwabach: 1 Ganzhof), die Reichsstadt Nürnberg (St. Katharina-Klosteramt: 1 Ganzhof, das Landesalmosenamt: 2 Ganzhöfe, 1 Gütlein) und das eichstättische Kastenamt Abenberg (1 Ganzhof).

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. 1800 gab es im Ort 11 Untertansfamilien, von denen 6 dem Kammeramt Schwabach unterstanden. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Haag dem Steuerdistrikt Kammerstein und der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Kammerstein zugeordnet.

Quelle: „Kammerstein. Die Burg, die Reichsministerialen, das Dorf und die Gemeinde.“, Heinrich Schlüpfinger 1981 / Wikipedia

Vielen Dank an den Geschichts- und Heimatverein Schwabach und Umgebung e.V.

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