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Überwältigende Hilfsbereitschaft

Überwältigende Hilfsbereitschaft
Überwältigende Hilfsbereitschaft
Bitte um Kinder-Rollstuhl für kleines Mädchen in Barthelmesaurach: Gleich zwei wurden geliefert

„Die Kleine benötigt dringend einen Kinder-Rollstuhl. Sie soll wohl heuer im Herbst eingeschult werden. Bitte helfen Sie!“, lautete der dringende Appell eines Nachbarn aus Barthelmesaurach-Altort an Bürgermeister Wolfram Göll.

Da die kurdische Familie als Asylbewerber hier lebe und der Status irgendwie unklar sei, wolle keine Stelle den Rollstuhl finanzieren, so die Nachricht.

Bürgermeister Wolfram Göll kümmerte sich nicht lang um die verzwickte juristische Situation, sondern versuchte, rasch konkrete Hilfe zu organisieren. Er bat per E-Mail und WhatsApp drei Adressen um Unterstützung: Die beiden evangelischen Kirchengemeinden Kammerstein und Barthelmesaurach sowie den Kreisvorstand Roth des Inklusionsnetzwerks RHINK, dem er selbst seit einigen Wochen angehört.

„Die Hilfsbereitschaft war überwältigend: Jeder meiner drei Appelle hat gefruchtet: Es kamen drei Unterstützungszusagen und gleichzeitig zwei Kinder-Rollstühle zusammen“, berichtet Bürgermeister Wolfram Göll und zeigt sich davon sehr beeindruckt. „Wahnsinn, das hätte ich nie erwartet!“

Im Kreisvorstand des Inklusionsnetzwerk RHINK wurde die stellvertretende RHINK-Kreisvorsitzende Honorata Martinus aktiv, die hauptamtlich bei der Lebenshilfe arbeitet. Sie besorgte einen Kinder-Rollstuhl aus Beständen der Lebenshilfe, der dann noch geputzt und hergerichtet wurde. Die stellvertretende Aufsichtsratschefin der Lebenshilfe, Elke Rothenbucher, die in Kammerstein wohnt, Frau Martinus und Bürgermeister Wolfram Göll übergaben diesen Rollstuhl dem kleinen Mädchen und seiner Familie. „Die Familie war überglücklich“, berichtet der Bürgermeister.

Unterdessen allerdings hatten der Kammersteiner Pfarrer Stefan Merz und die Schulleiterin Melanie Grillenberger ebenfalls von einer Familie aus der Gemeinde einen weiteren Kinder-Rollstuhl besorgt und einen Tag vorher übergeben. „Ich habe kurzfristig von der Rektorin erfahren, dass noch ein weiterer Rollstuhl zur Verfügung steht und der Familie übergeben wurde. Ich danke auch hier allen Beteiligten sehr herzlich, dem Pfarrer, der Rektorin und der spendenden Familie!“

Auch das dritte Unterstützungs-Ersuchen des Bürgermeisters trug unterdessen Früchte: Die Barthelmesauracher Pfarrerin Judith Köhler fragte die Schwabacher Kirchengemeinde St. Martin um Rat, und diese erhielt in der Sache eine Unterstützungs-Zusage vom örtlichen Lions-Club. „Angesichts zweier bereits vorhandener Rollstühle ist die Unterstützung der Lions in diesem Fall nicht mehr nötig. Aber nächstes Mal wissen wir, wohin wir uns wenden können“, so der Bürgermeister.

Die kurdische Familie freute sich jedenfalls riesig und hat nun zwei Kinder-Rollstühle: einen etwas kleineren schwarzen und einen etwas größeren roten. „Ich bin sehr, sehr beeindruckt von dieser überwältigenden Hilfsbereitschaft von so vielen Seiten – und danke im Namen der Gemeinde Kammerstein sehr herzlich für jede Unterstützung!“, so Bürgermeister Wolfram Göll.

wog

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